Wenn der Winter aufs Gemüt schlägt: Was hinter der Winterdepression steckt
Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und die Sonne seltener scheint, spüren das viele Menschen. Vielleicht bist du öfter müde und Sachen, die dir sonst leichtfallen, fühlen sich an wie eine Mammutaufgabe. Für manche entwickelt sich daraus mehr. Eine intensive Form dieses jahreszeitlichen «Downs», bekannt als Winterdepression. Kennst du das? Du bist nicht allein. Gemäss WHO sind allein in der Schweiz rund 400'000 Menschen davon betroffen. Allerdings gibt es Wege, um Symptome zu lindern und besser durch die dunkle Jahreszeit zu kommen.

Was sind Winterdepressionen?
In der Fachsprache wird eine Winterdepression auch «SAD» oder «seasonal affective disorder» genannt. Typische Symptome sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung und das Bedürfnis nach Rückzug. Für Betroffene ist es mehr als nur eine vorübergehende Wintermüdigkeit, sondern eine ernstzunehmende psychische Belastung, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität beeinträchtigt. (National institute of mental health)
Warum tritt sie auf?
Das fehlende Licht in der dunkleren Jahreszeit ist dafür ein wichtiger Auslöser. Tageslicht beeinflusst unsere innere Uhr und somit auch unsere Ausschüttung von Melatonin. Dieses Hormon regelt unseren Schlaf-Wach-Rhythmus und steuert unsere innere Uhr. Fehlendes Licht kann diese Funktionen durcheinanderbringen und ein Auslöser für Winterdepressionen sein. Natürlich sind manche Menschen anfälliger als andere. Wer ohnehin zu Depressionen neigt oder unter massivem Druck steht, spürt diesen Lichtmangel und dementsprechend die Symptome von Winterdepressionen stärker. (Neurostim)
Prävention und Alltagstipps
Um Winterdepressionen vorzubeugen, lohnt es sich, den Alltag bewusst hell und aktiv zu gestalten. Helle Räume oder nahe am Licht zu sitzen (z.B. bei einem Fenster) sowie ein kurzer Aufenthalt im Freien helfen dem Körper dabei, sich zu regulieren. Eine klare Tagesstruktur mit festen Zeiten für Schlaf, Arbeit, Bewegung und Erholung trägt zusätzlich dazu bei, Stimmung und Energie im Gleichgewicht zu halten. Ebenso wichtig sind soziale Kontakte: Aktivitäten mit Freunden und Austausch wirken dem Rückzug entgegen, der depressive Phasen verstärken kann. Wer offen über seine Gefühle spricht, setzt einen wichtigen Schritt, um Belastungen frühzeitig zu erkennen und wirksam gegenzusteuern.
Trotzdem ist es wichtig, dass du dir Hilfe von Psycholog:innen holst, solltest du länger dauernde Anzeichen einer Depression bei dir bemerken. Wenn du hingegen einfach mal jemandem erzählen möchtest, was dich bedrückt, dann melde dich über dieses Anmeldeformular für die Jugendberatung an.
Weitere Informationen
Falls dich etwas bedrückt, kannst du gerne bei uns im tipp vorbeikommen. Die Öffnungszeiten findest du hier auf unserer Website.

